Studentinnen und Studenten “gegen Rechts”!
Ihr müsst keine Studentin / kein Student sein, um hier Farbe bekennen bzw. Gesicht zeigen zu können. In erster Linie aber artikulieren wir nun mal Meinungen gegen Rechtsextremismus, die von KommilitonInnen vertreten werden. Wer sich hier äußern möchte, meldet sich bitte bei pyne@uni-muenster.de (1999/2000 Münsters erster und 2005/2006 immer noch einziger schwarzafrikanischer StuPa-Parlamentarier).

Lea, 21 J., Naturwissenschaftlerin: "Normalerweise vergleiche ich Menschen nicht mit Tieren. Wenn ich mir aber sinnbildlich vorstelle, dass die Neonazis sich wie Sch(m)eißfliegen am braunen Haufen Hitler-Kot laben, würde ich am liebsten mit der Klatsche draufhauen. Bei der Gelegenheit will ich aber unterstreichen, daß ich es kontraproduktiv finde, die Faschos mit Steinen und Flaschen zu beschmeißen. Das fällt auf die Gegner der Rechtsextremen zurück und beschert Reitz & Co nur mehr Publicitiy und die Gelegenheit, sich als eigentliche Gewaltopfer und Märtyrer aufzuspielen. Obwohl Asylsuchende, Obdachlose oder Behinderte die wirklich betroffenen Opfer von (rechtsradikaler) Gewalt sind. Also mein Appell an alle Studis der Münsterschen Hochschulen: nehmt an Gegenveranstaltungen wie denen der US (Unabhängigen StudentInnen) teil, aber nicht an Krawallen und Randalen!"

Agnieszka, 19 J., BWL: "Ob rechte Skinheads oder braune Nieten in Nadelstreifen, das ausländerfeindliche Pack langweilt mich! Ich bin selber Ausländerin, auch wenn man(n) mir das nicht unbedingt ansieht. Höchstens anhört, weil ich noch mit leicht polnischem Akzent spreche. Aber ich solidarisiere mich natürlich jedesmal mit ausländischen Mitstudenten, wenn einer wegen seiner Hautfarbe oder andersartigem ausländischen Aussehen in der Disco oder auf ‘r Party dumm angemacht wird. Ich hoffe nur, dass Nazis an der weltoffenen Westfälischem Wilhelms-Uni niemals eine Anhängerschaft finden. Also bin ich dabei, wenn es am 18. Februar heißt: Münster für Menschlichkeit, Farbe bekennen! Wehret den Anfängen. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!"

Kemal, 24 J. & Erol, 26 J., WiWi/Medizin: "8 Jahre lang blieb Münster von faschistischen Heimsuchungen verschont. 8 Jahre ohne Rassisten auf Münsteraner Boden. Doch selbst, wenn es uns gelingt, den rechtsextremistischen Marsch am 18. Februar noch zu verhindern oder aufzuhalten: ist Münster danach nazifrei? Nein! Sie lauern, sie warten nur, dass ihre Stunde kommt. Wir müssen wachsam sein! Auch an FH und Uni! Sogar an KFH und Kunstakademie. Machen wir uns nichts vor: Auch unter Akademikern sind nationalistische, minderheitenfeindliche und intolerante Einstellungen weit verbreitet! Umso wichtiger, bürgerschaftliches Engagement studentischer Initiativen wie der "Unabhängigen Studis" zu unterstützen. Wir helfen mit!"

Juan, 17 J. & Katja, 16 J. (Münsteraner Gymnasiasten): "Wenn wir eines Tages an der WWUni Ms studieren, möchten wir nicht erleben müssen, dass dort radikale Rechte das Sagen haben! Aber bitte gleichzeitig eben auch keine Linksextremen. Am besten wäre eine Koalition der Mitte aus RCDS und Unabhängigen. Als junge Katholiken wissen wir, wie mutig Kardinal von Galen damals gegen die Nazis aufbegehrt hat. Und bevor es wieder zu spät ist, erhoffen wir uns von den Geistlichen bei uns in der Domstadt Münster, dass sie sich an einem friedvollen Bündnis gegen Extremismus jeder Couleur beteiligen und laute Worte gegen Fremdenhass und Diskriminierung finden. Nur, weil ich in einen Latino verliebt bin, werde ich öfters als Ausländerschlampe beschimpft. Da fängt es schon an, auch wenn ich längst drüberstehe. Wenn, wie wir beide von unseren Geschwistern wissen, die bereits studieren, aber ausländische Studis sogar ausgegrenzt / nicht mit in Lerngruppen reingelassen werden, stimmt etwas nicht. Das sind Alarmsignale. Von der Kulturveranstaltung Münster für die Menschlichkeit muss ein ermutigendes Signal in breite Bevölkerungsschichten, vor allem in die bürgerlichen Kreise ausgehen. Christlich-Konservative in Münster müssen sich zum Beispiel mit Eric Peter dafür einsetzen, dass Familie Makamizile/Mbuta hierbleiben darf! Dann ist uns um das gesellschaftliche Klima nicht bange."

Patrick, 25 J., PoWi: "Wenn es an der Zeit ist, nicht nur staubtrockene Theorien der Politikwissenschaft zu pauken, sondern mit anzupacken und praktische Politik für den Schutz der Demokratie vor Verfassungsfeinden, sei es vom äußersten linken oder rechten Rand, zu machen, da kneif ich nicht. Ob NPD 1998 oder "Kampfbund deutscher Sozialisten" resp. "Aktionsbüro West(deutschland)" 2006, ich war bei gewaltfreien Protesten gegen die Unverbesserlichen damals dabei und werde am 18. 02. dabeisein. Ich drücke mich nicht vor der Verantwortung, die ich als mündiger Staatsbürger habe. Hoffentlich denke nicht nur ich so."

Danja, 20 J., Slawistik: "Wir fehlen fast die Worte. So sehr ärgere ich mich über die Dreistigkeit der Faschisten, ausgerechnet am 18. Februar, 4 Tage vor dem Todestag von Sophie und Hans Scholl, mit ihrem ungeistigen Müll Münster verunreinigen zu wollen. Ich werde meine komplette Clique zur Demo mitbringen!"

Moshe und Karsten, beide 24 J.: "Sonder-Sendungen bei Radio Q, Radio AM und WDR, Sonder-Seiten in MZ, WN, K+S und und und, Münsters Medien müssen aufwachen und das enorme kreative Potential Münsteraner SchülerInnen und StudentInnen dokumentieren. Dann hätten die Judenhasser und Ausländerhasser das Gegenteil von dem erreicht, was sie erreichen wollen! Dann gäbe es PR satt für die universitären, schulischen und außerschulischen Jugendgruppen gegen Rechtschaoten, die der Lokalpresse sonst ein oder zwei Zeilen, aber keine halbe Seite wert wären. "

Anna, 19 J., Jura: "Farbe bekennen, den Anfängen wehren -das ist auch bei uns an der Uni nötiger denn je. Oder will jemand, dass RHB oder NHB sich etablieren? Gleichzeitig möchte ich aber mit dem Vorurteil aufräumen, dass viele Burschenschaften, Verbindungen und Korporationen rechtsradikal sind. Mit nur ganz ganz wenigen Ausnahmen sind die meisten demokratisch und christlich, jedenfalls hier bei uns in der Stadt nicht neonazistisch. Das muss auch mal gesagt sein!"

Cynthia, 20 J., Mathe und Informatik: "Dass ein 4. Reich den 3. Weltkrieg mit sich brächte und das Geschwätz der neuen Nazis zum 18. 2., man wolle was gegen die Besatzer und Militaristen tun, Lügenpropaganda ist -das weiß hoffentlich jeder Bürger, der nicht auf den Kopf gefallen ist."

Bernadette, 22 J., Psychologie: "Ich hatte schon mit einigen Rechtsextremisten zu tun und das sind mitunter durchgeknallte Psychopathen, das kann ich kaum in Worte fassen. Gott behüte, dass wir von solchen Spinnern je wieder regiert werden!"
Olga, 16 J.: "Mein Bruder ist auch Student an der Uni und er wird diskriminiert, weil er nicht so gut deutsch kann. Das ist auch schon rassistisch, finde ich. Mehr als das kann ich zu dem Thema nicht schreiben. Denn mir ist zum Glück noch nichts passiert. Gegen die Neo Nazis werde ich am 18. Februar übrigens auch auf die Straße gehen. Sprüche wie ‘Haut die Glatzen, bis sie platzen’ unterstütze ich aber absolut nicht."

Hendrik, 23 J., Soziologie: "Ich unterstütze Euch, weil Eric Peter Pyne ein feiner Kerl ist und ich es blamabel fände, wenn ein ‘Schwarzer’ aus Sierra Leone mehr gegen unser hausgemachtes Problem (die neuen Nazis) tut als wir ‘weißen’ Deutschen dagegen zu tun bereit sind. Also nehme ich mir extra Urlaub, obwohl ich nun unmittelbar nach den Klausuren rund um den 18. 2. eigentlich jobben müsste. Apropos Jobs: es wird immer so viel über die Jugendarbeitslosigkeit als Ursache von zunehmendem Extremismus schwadroniert. Dabei wird aber behauptet, die Faschisten würden sich ruhiger verhalten, gäbe man ihnen nur schnell Arbeit. a) gibt es zahlreiche braune Kader in Lohn und Brot, b) belohnt man damit ja quasi ein Abrutschen in den rechten Sumpf und c) sollten insofern in deeem Bereich mehr Jobs geschaffen werden, indem bisher unentgeltliches Engagement gegen Xenophobie honoriert wird!"

Milena, 19 J. & Evchen, 20 J., Bio und Anglistik: "Die Boneskins suchen sich immer neue Opfer. Menschen mit Behinderungen, Wohnungslose, sozial Schwache aller Art, Ausländer und Punker. Sie schrecken vor keiner Brutalität zurück. Nicht vor Körperverletzung, nicht vor Vergewaltigung, nicht vor Mord und Totschlag (wie in Dortmund). Und deswegen solidarisieren wir uns mit Euch, obwohl Ihr eher so bürgerliche spießige angepasste Konservative zu sein scheint. Aber jedem das seine. Soll jeder nach seiner Facon glücklich werden und seine Methoden gegen die Nazibanden entwickeln. Halten wir zusammen, auf die Freundschaft!"

Herbert, 28 J., Katholische Theologie: "Die anti-christliche Linie ist bei Extremisten von Links und Rechts oftmals die gleiche. Doch die Gefahr von Rechts ist wegen des weit stärkeren Einflusses satanistischer, okkultistischer Kreise auf die rechtsextreme Szene ungleich größer! Jugendliche werden von einer unheilvollen, unheiligen schwarz-braunen Allianz verführt & aufgehetzt. Wer in diesem Kontext junge Christinnen und Christen in ihrem Engagement gegen die heidnisch-neonazistische Bewegung im Stich lässt oder sie gar diffamiert und isoliert, schikaniert und marginalisiert, hat sich bereits mitschuldig gemacht. Zur Umkehr & Unterstützung von Projekten junger Menschen gegen Hass und Gewalt ist es aber nie zu spät."

Snezinha, 19 J., VWL: "Was die Rechtsrabauken in Münster planen, fasse ich nicht! Das ist pure Provokation, reines Nervtöten und ich denke nicht daran, dazu zu schweigen! Ich schrei(b)e laut auf: "You’re not welcome, ‘nationaler Widerstand’, ihr Dödel seid in unserer Stadt nicht willkommen!"

Pierre, 25 J., Sozialpädagogik & Helen, 21 J., WiWi: "In diesem Jahr 2006, dem Jahr der Fußball-WM, lautet das Motto ‘Die Welt zu Gast bei Freunden’. Daran beteiligt sich auch unser Regionalliga-Verein Preußen Münster. Außer BW Aasee und footPOLand hat sich bei den Koordinierungsgesprächen für die Kultur-Kundgebung gegen Rechts aber noch kein anderer Vertreter Münsterischer Sport-, vor allem Fußball-Vereine, blicken lassen, wie wir hörten. Das ist bedauerlich und muss sich ändern!"

Lisa-Bella, 16 J., Realschülerin: "Ich wurde auf diese Seite aufmerksam, weil meine beste Freundin gestern bei einem JugendantifaMS-Treffen war, wo Flyer von www.weisse-rose.info verteilt wurden. Auf deren Homepage war ein Link zu euch und ich nutze die Chance, Gesicht zu zeigen und zu demonstrieren, daß ich mir von ganz Rechts keine Angst machen lasse! Bis Samstag, wir sehen uns hoffentlich!"

Lydia, 21 J., Landschaftsökologie: "Das war ein ermutigendes Zeichen der Solidarität gegen Rechts! 100 lächerliche Faschos hatten gegen 600 Blockierer keine Chance. So müsste es immer sein, damit sich die braunen Ratten nicht mehr aus den Löchern hervortrauen! Schade fand ich aber, dass einige Linksextremisten auch auf Polizisten Eier und Bierflaschen schmissen! Ätzend!"
Popularity: 4% [?]