“Sich prostituieren, um zu studieren?”
"Bald ist es so weit, dass zur Finanzierung ihres Studiums noch mehr Studentinnen und Studenten anschaffen gehen müssen als dies schon jetzt der Fall ist", heisst es in einem "dringenden US-Appell an alle verantwortlichen BildungspolitikerInnen"! Mit dieser drastischen Warnung wollen die "Unabhängigen Studierenden" ihren FreundInnen aus Hessen und an anderen Hochschul(standort)en in NRW beistehen, die derzeit offensiv wie lange nicht mehr gegen Gebühren protestieren. "Zwar distanzieren wir uns von jeglicher Gewaltanwendung. Doch dürfen nun mal nicht alle demonstrierenden Studierenden in einen Topf geworfen und eingeschüchtert werden!" Frankfurts Polizeipräsident Achim Thiel hatte kürzlich "eine härtere Gangart" während der Fußball-WM angekündigt. Blockaden auf Straßen und Schienen werde man nicht mehr akzeptieren. Dazu stellen die US fest: "Härter vorgegangen werden sollte von Seiten der Behörden eher gegen das Rotlicht-Milieu, gegen die Ausbeutung ausländischer Frauen und Mädchen, auch ausländischer Studentinnen! Nicht aber gegen Studis, die sich verzweifelt gegen weiteren Sozialabbau und Bildungsklau stemmen, weil der (a-)soziale Kahlschlag fatale Verschlimmerungen besonders der finanziellen Situation nicht-deutscher StudentInnen zur Folge hätte.

Die "Unabhängigen Studierenden" unterstreichen, dass sie Aktionen wie die Schlossbesetzung in Münster mittragen (wenngleich der Konsum von Drogen seitens einiger weniger Besetzer scharf kritisiert wird, da diese das wichtige Anliegen in Misskredit gebracht und einen Vorwand zum Rauswurf durch den Rektor geliefert hätten). Die Zielsetzung der SchlossbesetzerInnen werde "zu 100% unterschrieben!" Denn "das ist die letzte Chance für einen Aufschrei! Wann, wenn nicht zur Fußball-Weltmeisterschaft, wenn alle Augen auf Deutschland und seine Jugend gerichtet sind, sollte die Verfasste Studierendenschaft hierzulande sich noch nachhaltiges Gehör verschaffen können? National wie international!" -betonen die US um Fraktions-Chef Eric Peter Pyne. Es sei zudem geradezu absurd und schizophren, dass "alle Welt" "Wehret den Anfängen" (gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus) rufe, gleichzeitig aber jene AkademikerInnen, die sich bisher neben ihrem Studium vielfach für Toleranz und Weltoffenheit engagiert hätten, nun zügig zuende studieren müssten und überhaupt keine Zeit mehr für Freiwilligenarbeit bzw. ehrenamtliches Engagement mehr haben! "Das ist die allerletzte Warnung: wenn Studiengebühren ab dem 1. Semester eingeführt werden, ist das Schlimmste zu befürchten! Wacht auf, liebe Politikerinnen und Politiker! Verschließt die Augen nicht vor dem, was dann droht! Bittere Armut, Ausgrenzung, Not und Elend!"

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