“Her mit Studiengebuehren, sonst weniger Studienplaetze!”?

Die Behauptung von Rektorin Nelles in der Zeitung ‚Westfälische Nachrichten’, dass ohne Studiengebühren die Aufnahme von Studierenden an der WWU nur noch begrenzt möglich sei, ist falsch und wird auch von den ‘Unabhängigen Studierenden’ scharf kritisiert. "( . . . ) Die staatlichen Hochschulen sind unterfinanziert. Dieser Missstand ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen verfehlten Bildungspolitik. Kapazitätsverringerung und Studiengebühren sind hierbei nur die Spitze des Eisbergs. Die Verbindung zwischen Studierendenzahlen und Studiengebühren ist unzulässig", betonte Norbert Ordyk, Pressesprecher der US.

Studiengebühren dürfen, weil sie als Drittmittel klassifiziert sind, nicht zur Ausweitung der Studienkapazitäten verwendet werden. So steht es ausdrücklich im Gesetz. Deshalb sind Studiengebühren, was die Studierendenzahlen anbelangt, kapazitätsneutral!

Studiengebühren sollen -laut Aussage der Landesregierung- "die Studienbedingungen der Studierenden verbessern" und nicht etwa einen gewissen Status erhalten. Der weitere Unibetrieb muss trotz steigender Studierendenzahlen auch ohne Studiengebühren gewährleistet sein.

Eine Verbesserung der Studienbedingungen gelingt nur durch eine qualitative Studienreform. Eine Reduzierung der Studierendenzahl isoliert bewusst insbesondere bildungsferne Schichten und ausländische StudienbewerberInnen von einer Chance zur Hochschulbildung und blendet eine Diskussion um Studieninhalte, sowie Lehr,- Lern- und Prüfungsformen bewusst aus.

Die US fordern, dass die Studierenden bei der Verwendung dieser Mittel beratende Funktion erhalten. "Darüber hinaus ist diese Entscheidung der Hochschulleitung weder in den zuständigen Gremien diskutiert worden, noch eine Rückkopplung mit der Studierendenschaft und der Öffentlichkeit erfolgt", kritisiert Dr. Eric Peter Pyne, Fraktionsvorsitzender der US.

"Wir erwarten auch vom neuen Rektorat mehr Klarheit über Zielvorstellungen und Definition in Bezug auf die Qualität von Forschung, Lehre und Studium und darüber hinaus ein durch alle Beteiligten legitimiertes Konzept, dies auch dann zu erreichen."

Die US betonen, anders als WN-Redakteurin Völker im Nelles-Vorstoß nicht etwa "ein Signal an die studentischen Gebührengegner" zu sehen, sondern eine Art Bankrotterklärung der WWU Münster!

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